Yosemite, oder: Wie wir den Sonnenaufgang verschliefen
Wir hatten alles geplant. Stativ am Abend aufgebaut, Route zum Tunnel View im Kopf, Wecker auf 4:45 Uhr. Was wir nicht eingeplant hatten: dass zwei müde Menschen in einem warmen Schlafsack eine erstaunliche Fähigkeit haben, Wecker im Halbschlaf auszuschalten.
Als Alexandra die Augen aufschlug, war es 7:20 Uhr. Die goldene Stunde, für die wir extra zwei Tagesreisen auf uns genommen hatten, war vorbei. Der erste Reflex: Panik. Der zweite: Kaffee. Der dritte, deutlich bessere: trotzdem rausgehen.
Was wir lernten: Yosemite vergibt verschlafene Wecker. Das Tal lag in diesem weichen, diffusen Licht, das man bekommt, wenn die Sonne schon hoch genug für die Wände, aber der Dunst im Tal noch nicht ganz verschwunden ist. David ließ die Drohne steigen, Alexandra blieb am langen Tele und fing einen Kojoten ein, der völlig unbeeindruckt über die Wiese trabte.
Drei Tage blieben wir. Wir standen am nächsten Morgen tatsächlich um 4:45 auf — und ehrlich? Der verschlafene Tag hatte die besseren Bilder.